Jugendalter: 15 Fragebögen und psychometrische Skalen
Fragebögen für Jugendliche sind psychometrische Verfahren, die Stimmung, Angst, Selbstwert oder Risikoverhalten in einer Phase des Übergangs erfassen. Sie erleichtern das Screening, den Gesprächseinstieg und die Verlaufskontrolle von Schwierigkeiten.

SDQ
Fragebogen zu Stärken und Schwächen (SDQ)
Der SDQ ist ein Screening-Instrument für Verhalten, das Stärken und Schwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen (4 bis 17 Jahre) erfasst. Der Fragebogen wird von Eltern oder Erziehungsberechtigten ausgefüllt. Er umfasst mehrere Dimensionen: emotionale Probleme, Verhaltensprobleme, Hyperaktivität/Aufmerksamkeit, Probleme mit Gleichaltrigen und prosoziales Verhalten.

SIQ-JR
Fragebogen zu Suizidgedanken, Junior-Version (SIQ-JR)
Der SIQ-JR ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung von Häufigkeit und Intensität suizidaler Gedanken bei Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren. Er ermöglicht Psycholog:innen, Vorliegen und Schweregrad von Suizidgedanken zu erkennen, und unterstützt klinische Entscheidungen zur Sicherheit und weiteren Begleitung jugendlicher Patient:innen.

YSR
Fragebogen für Jugendliche (YSR)
Der Youth Self-Report (YSR) gehört zum ASEBA-System und dient der Erfassung sozialer Kompetenzen sowie von Verhaltensauffälligkeiten und emotionalen Problemen bei Jugendlichen von 11 bis 18 Jahren. Er erhebt die Angaben direkt bei den Jugendlichen und liefert so eine wertvolle Selbstauskunft als Ergänzung zu den Beobachtungen von Eltern und Schule.

UCLA PTSD
UCLA-PTBS-Reaktionsindex für DSM-5 (UCLA PTSD)
Der UCLA PTSD Reaction Index for DSM-5 ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erkennung und Einschätzung des Schweregrads posttraumatischer Belastungssymptome bei Kindern und Jugendlichen nach einem oder mehreren traumatischen Erlebnissen. Er beruht ausdrücklich auf den DSM-5-Kriterien der posttraumatischen Belastungsstörung und liefert eine quantitative Einschätzung der Symptomatik; damit eignet er sich sowohl für das Screening als auch für die Verlaufskontrolle in klinischer Praxis und Forschung.

SBI
Schul-Burnout-Inventar (SBI)
Das School Burnout Inventory (SBI) ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung des Burnouts, den Schüler:innen im Zusammenhang mit ihrer Schulerfahrung erleben. Es misst gezielt Symptome von Erschöpfung, Zynismus gegenüber der Schule und Gefühle der Unzulänglichkeit, angepasst an den schulischen Kontext. So können Psycholog:innen Schüler:innen mit hoher schulischer Belastung erkennen und Maßnahmen zur Prävention von Schul-Burnout gezielt einsetzen.

EDE-Q-A
Fragebogen zur Erfassung von Essstörungen, Version für Jugendliche (EDE-Q-A)
Der EDE-Q-A ist eine angepasste Version des EDE-Q, die speziell zur Erfassung von Häufigkeit und Schweregrad essstörungsbezogener Verhaltensweisen und Sorgen bei Jugendlichen entwickelt wurde. Er ermöglicht eine zuverlässige Selbsteinschätzung der wichtigsten Essstörungssymptome nach DSM-Kriterien und unterstützt so Screening, Therapieverlauf und klinische Forschung bei jungen Menschen.

CRAFFT
CRAFFT-Screeningtest (CRAFFT)
Der CRAFFT ist ein kurzes Screening-Instrument, das vor allem von Gesundheitsfachkräften eingesetzt wird, um Risiken im Zusammenhang mit Substanzkonsum (Alkohol, Drogen) bei Jugendlichen zu erkennen. Er soll riskante Verhaltensweisen aufdecken und bei Bedarf eine frühe Intervention ermöglichen.

PBI
Fragebogen zur elterlichen Bindung (PBI)
Der Fragebogen zur elterlichen Bindung (PBI) ist ein Selbstbeurteilungsinstrument, das erfasst, wie eine Person das Verhalten ihrer Eltern in den ersten 16 Lebensjahren wahrgenommen hat, meist auf den Dimensionen „Fürsorge“ und „Überbehütung“. Der PBI wird eingesetzt, um den Einfluss früher Elternbeziehungen auf die spätere psychische Entwicklung zu untersuchen.

CAI
Bindungsinterview für Kinder (CAI)
Das Bindungsinterview für Kinder (CAI) ist ein halbstrukturiertes Interview zur Erfassung von Bindungsmustern bei Kindern im Alter von 7 bis 15 Jahren. Es erhebt die Repräsentationen, die das Kind von seinen Bindungsbeziehungen hat, anhand von Erzählungen und Antworten auf Fragen zu Situationen von Nähe, Trennung und Trost mit den Elternfiguren.

K-SADS-PL
Interview zu affektiven Störungen und Schizophrenie bei Kindern im Schulalter (K-SADS-PL)
Das K-SADS-PL ist ein halbstrukturiertes diagnostisches Interview zur Erfassung aktueller und früherer psychopathologischer Episoden bei Kindern und Jugendlichen, das Angaben des jungen Menschen, der Eltern und die klinische Beobachtung zusammenführt. Kernstück ist ein Screening-Interview mit 82 Symptomen aus 20 diagnostischen Bereichen; anschließend werden je nach positiven Antworten Ergänzungsmodule durchgeführt. Das Verfahren eignet sich besonders zur Abklärung affektiver, Angst-, psychotischer, Verhaltens- und Aufmerksamkeitsstörungen sowie mehrerer weiterer psychischer Störungen im Kindes- und Jugendalter.

CABI
Verhaltensinventar für Kinder und Jugendliche (CABI)
Das CABI ist ein Fremdbeurteilungsfragebogen, der von den Eltern ausgefüllt wird, um ein breites Spektrum emotionaler, verhaltensbezogener und funktioneller Schwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen zu erfassen und zu quantifizieren. Die Elternversion 2.0 umfasst 11 Bereiche, die gemeinsam oder einzeln eingesetzt werden können: kognitive Verlangsamung (Sluggish Cognitive Tempo), Angst, Depression, Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität/Impulsivität, oppositionelles Trotzverhalten, eingeschränkte prosoziale Emotionen, soziale Beeinträchtigung, Ablehnung durch Gleichaltrige, sozialer Rückzug und schulische Beeinträchtigung. Durch sein modulares Format, präzise Antwortanker und die kurze Durchführungszeit ist es ein nützliches Instrument für das klinische Screening, die Eingangsdiagnostik und die Verlaufskontrolle.

SDSC
Skala zur Erfassung von Schlafstörungen bei Kindern (SDSC)
Die SDSC für 4- bis 16-Jährige ist ein Screening-Fragebogen für Schlafstörungen bei Kindern und Jugendlichen, der von einem Elternteil oder einer Betreuungsperson auf Grundlage der Beobachtungen der vergangenen sechs Monate ausgefüllt wird. Die validierte französische Version umfasst 25 Items und erfasst fünf klinisch nützliche Dimensionen: Insomnie, Parasomnien, nächtliche Atemstörungen, nicht erholsamen Schlaf und übermäßige Tagesschläfrigkeit. Das Verfahren ist besonders relevant in der Psychologie, der Kinder- und Jugendpsychiatrie und in pädiatrischen Sprechstunden sowie zur Erkennung von Schwierigkeiten im Zusammenhang mit neuronalen Entwicklungsstörungen und mit emotionalen, Aufmerksamkeits- oder Verhaltensschwierigkeiten.

CBQ
Fragebogen zur Bipolarität im Kindesalter (CBQ)
Der CBQ ist ein Screening-Fragebogen, der von einem Elternteil oder einer nahen Betreuungsperson ausgefüllt wird, um ein mit einer pädiatrischen bipolaren Störung vereinbares Profil zu erkennen. Er erfasst 65 emotionale und verhaltensbezogene Auffälligkeiten, darunter Stimmungslabilität, Erregbarkeit, Schlafstörungen, Ablenkbarkeit, Reizbarkeit, Impulsivität, Aggression, Größenideen, riskantes Verhalten, bestimmte Angstsymptome und ungewöhnliche Wahrnehmungserfahrungen. Er wird in klinischer Praxis und Forschung eingesetzt und hilft, den Schweregrad der Symptome und mehrere Dimensionen funktioneller Beeinträchtigung objektiv zu dokumentieren. Sein Hauptnutzen liegt in der Früherkennung und in der Ausrichtung der diagnostischen Abklärung.

SCREEN
Fragebogen zur Erkennung angstbedingter Schulverweigerung (SCREEN)
Der SCREEN ist ein Fragebogen zur frühzeitigen Erkennung angstbedingter Schulverweigerung bei Schüler:innen der Sekundarstufe I. Er ermöglicht es, Risikosituationen zu identifizieren und bei Bedarf rasch eine vertiefte Abklärung zu veranlassen. Er ist schnell auszufüllen und soll das Problem sowohl bei den Schüler:innen selbst als auch aus Sicht der Eltern erkennen.

DEP-ADO
Screening auf problematischen Alkohol- und Drogenkonsum bei Jugendlichen (DEP-ADO)
Der DEP-ADO ist ein Screening-Instrument zur schnellen Erfassung eines problematischen Alkohol- und Drogenkonsums bei Jugendlichen. Er erleichtert die Erkennung junger Menschen, die gefährdet sind oder substanzbezogene Schwierigkeiten haben, um die passende Intervention oder Begleitung einzuleiten.
Häufige Fragen
Sollte in diesem Alter die Selbstbeurteilung bevorzugt werden?
Die Selbstbeurteilung gibt direkten Zugang zum Erleben der Jugendlichen, das sie sonst oft kaum äußern. Je nach Situation lohnt sich ein Abgleich mit der Sicht der Eltern oder der Schule.
Wie spreche ich mit diesen Instrumenten heikle Themen an?
Manche Skalen behandeln Stimmung, Selbstwert oder Suizidgedanken. Ein vertraulicher Rahmen und eine klinische Nachbesprechung der Antworten sind unerlässlich, besonders bei einem Risiko.
Reichen diese Fragebögen für die Verlaufskontrolle?
Sie dokumentieren, wie sich Symptome im Lauf der Zeit verändern, sind aber Teil einer umfassenden klinischen Begleitung, die den Lebenskontext der Jugendlichen berücksichtigt.
Klinische Arbeit mit Jugendlichen
Die Adoleszenz ist eine Zeit psychischer, beziehungsbezogener und identitätsbezogener Veränderungen, in der manche Symptome vorübergehend sind, während andere auf eine manifeste Störung hinweisen können. Schwierigkeiten äußern sich unterschiedlich, und Hilfe wird oft nur indirekt gesucht.
Skalen, meist zur Selbstbeurteilung, helfen, das Erleben der Jugendlichen zu erfassen und einen Gesprächseinstieg zu finden. Sie ergänzen das klinische Gespräch und die Einschätzung des familiären und schulischen Kontexts.
- Normale Entwicklungsveränderungen von anhaltenden Symptomen unterscheiden.
- Die Selbstbeurteilung hilft, das eigene Erleben der Jugendlichen zu erfassen.
- Auf Suizidrisiko und Risikoverhalten achten.