Sucht: 18 Fragebögen und psychometrische Skalen
Fragebögen zu Suchterkrankungen sind psychometrische Verfahren, die den Schweregrad einer Abhängigkeit und Konsumgewohnheiten quantifizieren. Sie erleichtern das Screening, die Einschätzung des Schweregrads und die Verlaufskontrolle von Suchtverhalten in der klinischen Praxis.

AUDIT
Test zur Identifikation von Störungen durch Alkoholkonsum (AUDIT)
Der AUDIT (Alcohol Use Disorders Identification Test) ist ein von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) entwickeltes Screening-Instrument zur Identifikation riskanter Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Alkoholkonsum. Er dient dazu, alkoholbezogene Störungen frühzeitig zu erkennen und den Schweregrad des Alkoholkonsums einzuschätzen.

IAT
Internetsucht-Test (IAT)
Der IAT misst das Ausmaß der Abhängigkeit bzw. Sucht in Bezug auf die Internetnutzung in verschiedenen Lebensbereichen. Er erfasst mögliche negative Auswirkungen der Internetnutzung auf alltägliche Aktivitäten, soziale Beziehungen und Produktivität.

IGD-20
Test zur internetbezogenen Computerspielstörung (IGD-20)
Der IGD-20 ist ein Selbstbeurteilungsinstrument zur Erfassung von Symptomen und Problemen im Zusammenhang mit der internetbezogenen Computerspielstörung. Er deckt verschiedene Aspekte ab, etwa gedankliche Vereinnahmung, Entzugserscheinungen, übermäßige Nutzung, Konflikte und Auswirkungen auf den Alltag.

CRAFFT
CRAFFT-Screeningtest (CRAFFT)
Der CRAFFT ist ein kurzes Screening-Instrument, das vor allem von Gesundheitsfachkräften eingesetzt wird, um Risiken im Zusammenhang mit Substanzkonsum (Alkohol, Drogen) bei Jugendlichen zu erkennen. Er soll riskante Verhaltensweisen aufdecken und bei Bedarf eine frühe Intervention ermöglichen.

GAS
Skala zur Videospielsucht (GAS)
Die Game Addiction Scale (GAS) ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen, der Videospielsucht nach den Kriterien der Computerspielstörung misst. Sie erfasst Häufigkeit und Intensität problematischer Verhaltensweisen im Zusammenhang mit Videospielen über einen bestimmten Zeitraum und untersucht die Auswirkungen auf das soziale, schulische oder berufliche Leben.

ASSIST
Screening-Test zum Konsum von Alkohol, Tabak und anderen Substanzen (ASSIST)
Der ASSIST ist ein standardisiertes Screening-Instrument der WHO zur Erfassung des Konsumniveaus und der damit verbundenen Risiken bei Alkohol, Tabak und verschiedenen psychoaktiven Substanzen. Er ermöglicht Psycholog:innen eine schnelle Einschätzung der Konsummuster und die frühzeitige Erkennung möglicher Abhängigkeiten oder eines problematischen Konsums.

SAS
Skala zur Smartphonesucht (SAS)
Die Smartphone Addiction Scale (SAS) ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen zur Messung des Ausmaßes einer Verhaltenssucht im Zusammenhang mit der Smartphonenutzung. Sie erfasst Ausmaß und Dimensionen der Abhängigkeit anhand von Aspekten wie Toleranz, Entzugserscheinungen, übermäßiger täglicher Nutzung und Beeinträchtigung des Alltags.

EDS-R
Revidierte Skala zur Sportabhängigkeit (EDS-R)
Die Exercise Dependence Scale-Revised (EDS-R) ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen zur Identifikation von Verhaltensweisen und Symptomen, die mit einer Abhängigkeit von körperlicher Aktivität einhergehen. Sie wird vor allem in Klinik und Forschung eingesetzt, um zwanghaftes Verhalten im Zusammenhang mit übermäßiger körperlicher Aktivität besser zu verstehen, insbesondere bei Athlet:innen oder Personen, die sehr intensiv Sport treiben.

DAST
Screeningtest für Drogenmissbrauch (DAST)
Der Drug Abuse Screening Test (DAST) ist ein Fragebogen zum schnellen Screening eines problematischen Konsums illegaler Substanzen, ausgenommen Alkohol und Tabak. Er gibt einen Überblick über den möglichen Schweregrad eines Drogenmissbrauchs oder einer Drogenabhängigkeit.

MAST
Michigan-Alkoholismus-Screeningtest (MAST)
Der MAST ist ein Screening-Fragebogen zur Erkennung alkoholbezogener Probleme bei Erwachsenen. Er wird im klinischen Kontext häufig eingesetzt, um ein Alkoholismusrisiko zu erkennen und Patient:innen zu einer vertieften Abklärung oder Behandlung weiterzuleiten.

SOGS
South-Oaks-Glücksspiel-Screening (SOGS)
Der SOGS ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen zum Screening und zur Messung des Schweregrads pathologischen Glücksspielverhaltens bei Erwachsenen. Er hilft, die Diagnostik auszurichten und den Bedarf an klinischer Intervention einzuschätzen. Der Test beruht auf den Kriterien des DSM-III-R und wird aufgrund seiner Einfachheit und Validität in Forschung und klinischer Praxis breit eingesetzt.

IGDS9-SF
Skala zur Internetspielstörung (IGDS9-SF)
Die IGDS9-SF ist eine Selbstbeurteilungsskala mit 9 Items, die den Schweregrad der Störung durch Spielen von Internetspielen nach DSM-5-Kriterien erfasst. Sie ist ein schnelles Instrument, das sich gut für das Screening und die klinische Verlaufskontrolle der Internetspielstörung bei Erwachsenen und Jugendlichen eignet.

CPGI
Kanadischer Index für problematisches Glücksspiel (CPGI)
Der CPGI ist ein Selbstbeurteilungsinstrument zum Screening und zur Messung des Schweregrads problematischen Glücksspielverhaltens in der Allgemeinbevölkerung. Er erfasst Verbreitung, Auswirkungen und Schweregrad von Spielgewohnheiten, um gefährdete Spielende oder Personen mit glücksspielbezogenen Störungen zu erkennen.

CAGE
CAGE-Fragebogen (CAGE)
Der CAGE-Fragebogen ist ein schnelles Screening-Instrument, das vor allem eingesetzt wird, um Personen mit wahrscheinlich problematischem Alkoholkonsum zu erkennen. Er ist in verschiedenen klinischen Kontexten weit verbreitet und hilft bei Bedarf, die Überweisung zu einer vertieften Abklärung zu steuern. Das Verfahren ist einfach, kurz und validiert.

SDS
Skala zum Schweregrad der Abhängigkeit (SDS)
Die Severity of Dependence Scale (SDS) ist ein kurzer Fragebogen zur Messung des Ausmaßes psychischer Abhängigkeit von einer Substanz (etwa Alkohol, Nikotin oder andere Drogen). Sie wird häufig eingesetzt, um den Schweregrad der Abhängigkeit bei Konsumierenden standardisiert und zuverlässig einzuschätzen.

ORT
Instrument zur Einschätzung des Opioidrisikos (ORT)
Das Opioid Risk Tool (ORT) ist ein Fragebogen, der das Risiko eines problematischen Konsums oder einer Abhängigkeit von Opioiden bei Patient:innen einschätzt, für die eine solche Behandlung chronischer nicht tumorbedingter Schmerzen erwogen wird. Er hilft Fachkräften, opioidbezogene Risikoverhaltensweisen auf Grundlage individueller Faktoren vorherzusehen.

DEP-ADO
Screening auf problematischen Alkohol- und Drogenkonsum bei Jugendlichen (DEP-ADO)
Der DEP-ADO ist ein Screening-Instrument zur schnellen Erfassung eines problematischen Alkohol- und Drogenkonsums bei Jugendlichen. Er erleichtert die Erkennung junger Menschen, die gefährdet sind oder substanzbezogene Schwierigkeiten haben, um die passende Intervention oder Begleitung einzuleiten.

CUDIT
Test zur Identifikation von Störungen durch Cannabiskonsum (CUDIT)
Der CUDIT dient der Identifikation von Störungen durch Cannabiskonsum und erfasst dazu den Konsum in den letzten sechs Monaten. Er ist ein kurzes Screening-Instrument zur Einschätzung des Ausmaßes eines problematischen Konsums.
Häufige Fragen
Substanz oder Verhalten?
Manche Skalen zielen auf eine bestimmte Substanz, andere auf eine Verhaltenssucht.
Screening oder Schweregrad?
Je nach Skala geht es um das Screening oder um die Messung des Schweregrads der Abhängigkeit.
Wann sollte der Fragebogen wiederholt werden?
Eine regelmäßige Wiederholung dokumentiert die Veränderung im Behandlungsverlauf.
Sucht in der klinischen Praxis
Suchterkrankungen umfassen sowohl die Abhängigkeit von Substanzen (Alkohol, Tabak, Opioide) als auch Verhaltenssüchte, die durch Kontrollverlust trotz negativer Folgen gekennzeichnet sind.
Selbstbeurteilungsskalen quantifizieren den Schweregrad der Abhängigkeit und ihre Auswirkungen, ergänzend zum Gespräch und zur Einschätzung der Änderungsmotivation.
- Das DSM-5 fasst Substanzkonsumstörungen und die Störung durch Glücksspielen in der Gruppe „Störungen im Zusammenhang mit psychotropen Substanzen und abhängigen Verhaltensweisen“ zusammen.
- Craving, Toleranz und Entzug sind zentrale Dimensionen des Screenings.
- Jede Skala zielt auf eine Substanz oder ein Verhalten: Wählen Sie nach dem Verhalten, das erfasst werden soll.