Elternschaft: 14 Fragebögen und psychometrische Skalen
Fragebögen für die Elternberatung sind psychometrische Verfahren, die Erziehungsverhalten, elterlichen Stress und die Eltern-Kind-Beziehung erfassen. Sie unterstützen die Einschätzung elterlicher Schwierigkeiten und geben der Begleitung eine Richtung.

M-CHAT
Modifizierte Checkliste für Autismus bei Kleinkindern (M-CHAT)
Die M-CHAT-R/F ist ein Instrument zum Autismus-Frühscreening, mit dem Kleinkinder mit erhöhtem Risiko für eine Autismus-Spektrum-Störung (ASS) erkannt werden sollen. Sie besteht aus einem von den Eltern ausgefüllten Fragebogen, gefolgt von einem Nachfolgeinterview bei Risikofällen, um die Genauigkeit des Screenings zu erhöhen.

SDQ
Fragebogen zu Stärken und Schwächen (SDQ)
Der SDQ ist ein Screening-Instrument für Verhalten, das Stärken und Schwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen (4 bis 17 Jahre) erfasst. Der Fragebogen wird von Eltern oder Erziehungsberechtigten ausgefüllt. Er umfasst mehrere Dimensionen: emotionale Probleme, Verhaltensprobleme, Hyperaktivität/Aufmerksamkeit, Probleme mit Gleichaltrigen und prosoziales Verhalten.

WISC-V
Wechsler-Intelligenzskala für Kinder und Jugendliche (WISC-V)
Die WISC-V ist eine Intelligenzskala, die speziell zur Erfassung der kognitiven Fähigkeiten von Kindern und Jugendlichen von 6 bis 16 Jahren entwickelt wurde. Diese Ausgabe ermöglicht eine umfassendere Erfassung der verschiedenen Komponenten der Intelligenz, darunter Sprachverständnis, wahrnehmungsgebundenes logisches Denken, Arbeitsgedächtnis und Verarbeitungsgeschwindigkeit.

BASC-3
Verhaltensbeurteilungssystem für Kinder (BASC-3)
Das BASC-3 ist ein mehrdimensionales Testverfahren, mit dem sich Verhalten, Emotionen und Wahrnehmungen eines Kindes in unterschiedlichen Umgebungen analysieren und verstehen lassen. Es wird zur Erfassung von Verhaltensproblemen und emotionalen Störungen bei Kindern und Jugendlichen eingesetzt.

NEPSY-II
Neuropsychologische Entwicklungsdiagnostik für Kinder (NEPSY-II)
Die NEPSY-II ist ein umfassendes Instrument zur Erfassung neuropsychologischer Funktionen bei Kindern. Sie wird häufig eingesetzt, um spezifische kognitive und behaviorale Schwierigkeiten wie Lernstörungen und neuronale Entwicklungsstörungen zu erkennen und zu interpretieren.

PSDQ
Fragebogen zu Erziehungsstilen und -dimensionen (PSDQ)
Der PSDQ ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erfassung von Erziehungsstilen nach den drei Hauptkategorien: autoritär, autoritativ und permissiv. Er hilft, die verschiedenen Dimensionen des Erziehungsverhaltens zu klären, um psychoedukative Interventionen oder Forschung auszurichten.

PBI
Fragebogen zur elterlichen Bindung (PBI)
Der Fragebogen zur elterlichen Bindung (PBI) ist ein Selbstbeurteilungsinstrument, das erfasst, wie eine Person das Verhalten ihrer Eltern in den ersten 16 Lebensjahren wahrgenommen hat, meist auf den Dimensionen „Fürsorge“ und „Überbehütung“. Der PBI wird eingesetzt, um den Einfluss früher Elternbeziehungen auf die spätere psychische Entwicklung zu untersuchen.

PBA
Fragebogen zum elterlichen Burnout (PBA)
Der PBA ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen zur Erkennung und Messung des elterlichen Burnouts bei Müttern und Vätern. Er erfasst vier klinisch zentrale Dimensionen des Syndroms: Erschöpfung in der Elternrolle, Kontrast zu dem Elternteil, der man früher war, Überdruss an der Elternrolle und emotionale Distanzierung von den eigenen Kindern. Durch sein kurzes Format, eine gute psychometrische Validität und verfügbare klinische Orientierungswerte ist er ein nützliches Instrument für Screening, Eingangsdiagnostik, Verlaufskontrolle und Forschung. Er hilft, die Intensität des elterlichen Burnouts zu objektivieren, sollte aber ohne klinisches Gespräch und Analyse des familiären Kontexts nicht allein für eine Diagnosestellung verwendet werden.

IPPA-R
Inventar der Bindung an Eltern und Gleichaltrige (IPPA-R)
Das IPPA-R ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen, der die von Jugendlichen wahrgenommene Qualität ihrer Bindung an die Eltern und an Gleichaltrige erfasst. Gemessen werden Dimensionen wie Vertrauen, Kommunikation und Entfremdung. Das Verfahren zeigt, wie junge Menschen die Qualität ihrer Beziehungen erleben, und ist damit für die klinische Diagnostik und für die Forschung zur sozial-emotionalen Entwicklung nützlich.

PSOC
Skala zum elterlichen Kompetenzgefühl (PSOC)
Die Parenting Sense of Competence Scale (PSOC) ist ein Selbstbeurteilungsinstrument zur Messung des elterlichen Kompetenzgefühls, einschließlich der wahrgenommenen Wirksamkeit und der Zufriedenheit in der Elternrolle. Sie wird häufig in Forschung und klinischen Interventionen eingesetzt und soll erfassen, wie fähig und zufrieden sich Eltern in ihrer Rolle als Eltern fühlen.

PAAI
Eltern-Interview zur Erwachsenenbindung (PAAI)
Das PAAI ist ein halbstrukturiertes Interview zur Erkundung der Bindungsrepräsentation einer erwachsenen Person gegenüber den eigenen Eltern in der Kindheit sowie ihres Einflusses auf das heutige Elternverhalten. Es ist ein qualitatives Instrument, das vor allem in der Forschung und gelegentlich in der klinischen Praxis zur Erstellung eines elterlichen Bindungsprofils eingesetzt wird.

APQ
Alabama-Fragebogen zum Erziehungsverhalten (APQ)
Der APQ dient der Erfassung verschiedener Aspekte des Erziehungsverhaltens, darunter elterliche Beteiligung, Beaufsichtigung, positive Disziplin, inkonsistente Disziplin und Monitoring. Es gibt mehrere Versionen, darunter eine Selbstbeurteilungsversion für Kinder, eine Elternversion und eine Version für Jugendliche. Das Verfahren wird häufig eingesetzt, um Zusammenhänge zwischen Erziehung und Verhaltensstörungen zu untersuchen.

EMBU-C
Meine Erinnerungen an die Erziehung, Kinderversion (EMBU-C)
Der EMBU-C ist ein Selbstbeurteilungsfragebogen für Kinder, der erfasst, wie sie das Erziehungsverhalten ihrer Eltern wahrnehmen. Er misst vier zentrale Dimensionen des wahrgenommenen Erziehungsstils getrennt für Vater und Mutter: emotionale Wärme, Ablehnung, Kontrollversuche bzw. Überbehütung und Bevorzugung des Kindes. Das Verfahren wird vor allem in der klinischen Psychologie und in der Forschung eingesetzt, um das Beziehungserleben des Kindes zu dokumentieren, die Zusammenhänge zwischen wahrgenommenen Erziehungspraktiken und emotionalen oder Verhaltenssymptomen besser zu verstehen und die Einschätzung des familiären Kontexts zu ergänzen.

PS
Erziehungsfragebogen (PS)
Die Parenting Scale ist ein Selbstbeurteilungsinstrument zur Messung dysfunktionaler Erziehungspraktiken, insbesondere im Umgang mit schwierigem Verhalten kleiner Kinder. Sie ermöglicht Psycholog:innen, problematische Erziehungsstile wie Nachgiebigkeit, Härte oder Inkonsequenz zu erkennen und die klinische Begleitung entsprechend anzupassen.
Häufige Fragen
Was messen Fragebögen für Eltern?
Je nach Instrument erfassen sie elterlichen Stress, das Kompetenzgefühl, das Erziehungsverhalten oder die Qualität der Beziehung zum Kind.
Wie helfen sie in der Elternberatung?
Sie helfen, die Schwierigkeiten, die ein Elternteil erlebt, einzuordnen und Arbeitsschwerpunkte festzulegen, und anschließend deren Veränderung im Verlauf der Beratung zu verfolgen.
Sollte auch das Kind untersucht werden?
Oft ja. Der Abgleich des elterlichen Erlebens mit der Einschätzung des Kindes ergibt ein vollständigeres Bild der Familiendynamik und der bestehenden Schwierigkeiten.
Elternschaft in der klinischen Praxis
Elterlicher Stress, das elterliche Kompetenzgefühl und das Erziehungsverhalten beeinflussen die Entwicklung des Kindes und die Qualität der Beziehung. Diese Dimensionen hängen vom Lebenskontext der Familie, ihren Ressourcen und etwaigen Schwierigkeiten des Kindes ab.
Auf die Eltern ausgerichtete Skalen helfen, das elterliche Erleben einzuordnen und die Unterstützung gezielt auszurichten. Sie ergänzen das Familiengespräch und die Beobachtung der Interaktionen.
- Elterlichen Stress, Kompetenzgefühl und Erziehungsverhalten unterscheiden.
- Das elterliche Erleben gibt Aufschluss über die Eltern-Kind-Beziehung.
- Die Skala nach dem Ziel der Begleitung wählen.